– zukunftsmusik III –
für klaviertrio und drei komposteimer
im Rahmen des Projektes TRIPEL des Sächsischen Musikbundes
Ausführende
Neues Klaviertrio Dresden
Uta-Maria Lempert (vl) – Miguel Blanco Puente (vc) – Clemens Hund-Göschel (p)
Uraufführung
Di, 19. Mai 2026 (Dresden, SLUB)
weitere Aufführungen:
20. Mai 2026 (Chemnitz, Morgner Archiv)
21. Mai 2026 (Leipzig, Kulturhof Gohlis)
Mitschnitt vom Kulturhof Gohlis zum Nachhören (Aufnahme Tobias Finke):
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Warum ist »kompostiv« eine »zukunftsmusik«? Als ich im Herbst den Kompost umsetzte, war ich aufs neue überrascht von der Welt, die sich mir dort gezeigt hatte. Auch im Kompost spielen viele komplexe Vorgänge eine Rolle, die unter der Oberfläche und während unseres Wartens verborgen bleiben. So entstanden „kompostive“ musikalische Strukturen: Umschichtungen, klangliche und rhythmische Transformationen, akustische Nahaufnahmen, Zeitspannen aus Bewegung und Eigenzeit. Aktive Abschnitte wechseln sich mit »ruhezeit« genannten ab.
Außerdem kommt hinzu, dass wir an diesem Phänomen beteiligt sind, wenn wir unsere Komposteimer über Biotonne oder Komposthaufen entleeren. Wir profitieren davon, auch wenn der Profit nicht in schnellem Geld besteht. So kam mir die Idee, Komposteimer auditiv zu integrieren und die Schwelle zwischen Ausführenden und Publikum formal zu nutzen – mit der Frage: was heißt kompostiv?
Why does „compostive“ belong to the ‘zukunftsmusik’ series? When I turned the compost in the autumn, I was once again surprised by the world that revealed itself to me there. In compost, too, many complex processes are at work, hidden beneath the surface and while we wait. This gave rise to “compostive” musical structures: rearrangements, sonic and rhythmic transformations, acoustic close-ups, spans of time derived from movement and proper time. Active sections alternate with those termed “rest periods”.
Furthermore, we are part of this phenomenon when we empty our compost bins into the organic waste bin or compost heap. We benefit from this, even if the benefit does not consist of quick money. This is how I came up with the idea of integrating compost bins aurally and formally utilising the threshold between performers and audience – with the question: what does ‘compostive’ mean?