für drei Barockcelli (2026)
– zukunftsmusik IV –
Ausführende
trio tiefsaits :
Mirjam-Luise Münzel,
Alma Stolte & Anna Reisener,
Barockcello
Uraufführung:
im Rahmen des Konzerts beim Festival ZAMUS Köln:
Die gestohlene Zeit
Donnerstag, 28.05.2026 (Köln, Turistarama)
Mitschnitt der Uraufführung im Rahmen des Konzerts bei ZAMUS Köln
(eigene Aufnahme; Rauschen aufnahmebedingt)
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tempo di futuro
widmet sich – als Anspielung auf ein bestimmtes Tempo wie in ‚Tempo di Minuetto‘ – der Frage von Zeitstrukturen einer positiv vorgestellten Zukunft.
In diesem Stück geht es (wie schon mehrmals zuvor) um nondirektive Strukturen von Zeit, im Gegensatz zu hierarchischen Organisationsformen, wie wir sie in der Musik genauso kennen wie in unseren täglichen Abläufen.
Motive dürfen und sollen sich in ihrer ‚Eigenzeit‘ entfalten, gleichzeitig steht die Frage, wie sich alle Beteiligten am Ende treffen.
Ein solcher qualitativ anderer Umgang mit Zeit scheint mir ein wichtiger Aspekt für zukunftsfähige Strukturen zu sein, weil sie auch Nachhaltigkeit im Blick haben. Daher habe ich sie in die Reihe der zukunftsmusik mit aufgenommen.
Dabei geht es um das Respektieren der zur Eigenzeit gehörenden Bedingungen.
Zu den dabei wichtigen gegenseitigen Abhängigkeiten gehört die Bewegung. Ich habe das Modell für diese Abhängigkeit im Kontext von Tanz und Musik »zeitfigur« genannt.
Rhythmus ist eine Eigenschaft von Bewegung und spiegelt das Leben darin. Mit der Veränderung verschiedener Bewegungsqualitäten ändert sich auch die rhythmische Form. Und auch ‚Tempo di Minuetto‘ benennt das gefühlte Tempo, das sich aus einer bestimmten Bewegung ergibt.
Aus diesen Gründen gibt es keine Takteinteilung. Die Notation kann im vertikalen Bezug eine Orientierung sein, ist aber nicht auf die Art und Weise verbindlich, wie sie sonst metrisch organisierte Partituren sind.
Die Motive nehmen Elemente aus den ricercari I – III auf und verwandeln sie in dem kleinen Umfang dieses kurzen Stücks.
tempo di futuro explores – in a reference to a specific tempo, as in ‘Tempo di Minuetto’ – the question of temporal structures in a positively envisioned future. This piece deals (like several others before it) with non-directive structures of time, in contrast to hierarchical forms of organisation, which we recognise in music just as much as in our daily routines. Motifs are allowed and encouraged to unfold in their ‘own time’, whilst at the same time the question arises as to how all participants will come together in the end.
Such a qualitatively different approach to time strikes me as an important aspect of future-proof structures, because they also have sustainability in mind. That is why I have included it in the ‘zukunftsmusik’ series. This involves respecting the conditions inherent to ‘own time’. One of the important interdependencies involved is movement. I have named the model for this interdependence ‘zeitfigur’ in the context of dance and music. Rhythm is a characteristic of movement and reflects the life within it. As the qualities of movement change, the rhythmic form changes too. Furthermore, ‘Tempo di Minuetto’ refers to the perceived tempo that arises from a particular movement.
For these reasons, there is no bar line. The notation can serve as a guide in a vertical context, but is not binding in the way that metrically organised scores usually are.
The motifs take up elements from the ricercari I–III and transform them within the limited scope of this short piece.