zukunftsmusik

future music
heutige musik und andere beiträge zum diskurs über ein lebenswertes morgen

überunhörbar [I.3]: jahresringe

fassung für violine und orgel (2025)

zukunftsmusik II

Ausführende

Gundula Scheidig, Violine
Friedemann Stolte, Orgel

Uraufführung:

Konzert SONNENGESANG in der Reihe OrgelPlus
05. Juni 2026 (Emmauskirche Dresden-Kaditz)

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Die zyklische Struktur der kreisenden Bewegung und der sich allmählich austauschenden Töne wird durch Töne erweitert, die jeweils von einem dieser Kreisbewegungs-Töne ausgehen und doch über sie und weitere Töne hinaus weiter wachsen. Diese Töne in der Violine, die etwas vom Keimen, Treiben und Warten, vom Knarzen, Flirren, Schillern oder Schwanken zeigen, leben davon, dass die Spieltechniken nicht einen idealen Zustand erreichen wollen, sondern in ständiger Veränderung und Erkundung gespielt werden. Denn die Jahresringe mögen als etwas sehr festes erscheinen, doch sie entstehen durch die unterschiedlichen Einwirkungen der Jahreszeiten auf das Holz und erzählen vom Wachsen, das immer weiter geht, so lange der Baum lebt.
Selbst wenn der Baum stirbt und kein Wachstum mehr stattfindet und sich also keine neuen Jahresringe mehr bilden, ist ein Baum mit den vorhandenen Jahresringen reiches Reservoir für neue Triebe, für Pilze, für Insekten und Vögel.
Ein Baum lebt in die Zukunft hinein.
Insofern ist auch dieses Stück eine Zukunftsmusik.

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The cyclical structure of the circular motion and the progressively exchanging tones is expanded by tones which each originate from one of these circular motion tones, yet continue to grow beyond them and beyond further tones. These notes on the violin, which convey something of sprouting, surging and waiting, of creaking, shimmering, iridescence or wavering, thrive on the fact that the playing techniques do not seek to achieve an ideal state, but are played in a state of constant change and exploration. The annual rings may appear to be something very fixed, in fact they are formed by the varying effects of the seasons on the wood and tell of growth that continues indefinitely as long as the tree lives.
Even when the tree dies and growth ceases, so that no new annual rings are formed, a tree with its existing annual rings remains a rich reservoir for new shoots, for fungi, for insects and birds.
A tree lives into the future.
In this respect, this piece, too, is future music.